Mit der kommerziellen, proprietären Software VMware kann ein virtueller Computer simuliert werden, auf dem sich Betriebssysteme "on-the-fly" installieren lassen. So startet man unter Linux VMware und kann dann durch Selektion zum Beispiel MacOs, Microsoft-Windows-Derivate oder sogar nochmals Linux booten. Das Erstaunliche daran ist, dass es wirklich funktioniert, und das sogar beeindruckend schnell. Für Heimanwender und Enduser heißt das präferierte Paket vmware-workstation und befindet sich bei nahezu allen Paketmanagern größerer Distributionen im Tree. Um die Software zu lizensieren, muss man sich einen Registrierungsschlüssel kaufen, für den der Hersteller Rabatte bei Schülern und Studenten einräumt. Vor der Investition von viel Geld bietet er aber auch die Möglichkeit zu einer 30-Tage-Testversion zu greifen. VMware Workstation befindet sich in ständiger Weiterentwicklung und wird regelmäßig geupdatet.
Die Entwicklung eines solchen Programmes ist nicht ganz leicht, muss es doch den komplizierten Wechsel zwischen dem 16-Bit-Bootmodus und dem protected mode simulieren, woraus verständlich wird, dass sich der Produzent seine Leistung bezahlen lassen möchte. VMware ist vielleicht die einzige kommerzielle Software im Moment, die es wert ist, für sie Geld auszugeben.
Das Prinzip ist recht simpel: VMware agiert als Basisstation, auf der man unterschiedliche Einträge für verschiedene Betriebssysteme anlegen kann und diese dann mit einem Mausklick startet. Es stellt dabei quasi den PC zur Verfügung, indem es Zugriff auf sämtliche Laufwerke und Festplatten bereit stellt und mit ein bisschen Tüfteln auch auf angeschlossene USB-Geräte. Aufgrund dieses Aufbaues sollten theoretisch alle bekannteren operating systems mit VMware zum Laufen gebracht werden können. Der Hersteller bietet zusätzlich die so genannten VMwaretools an, ein Treiberoptimierungssystem, das unter dem Gastbetriebssystem zur Verbesserung der Performence von Sound, Maus und Graphik installiert werden kann. 3D-Beschleunigung erlauben zwar auch diese nicht, aber immerhin machen sie das Arbeiten bei ausreichendem Arbeitsspeicher (> 256 MB) noch flüssiger. Überhaupt ist die Verwendung von Arbeitsspeicher ein heikles Thema, denn VMware nimmt schon mal gerne allen zur Verfügung stehenden für sich in Anspruch. Unter Linux/X11 sollte man zumindest auf eine Reserve von ca. 100 MB achten und nicht den vollen Ram freigeben, da sonst der Graphikserver (und mit ihm alle Programme) abstürzt.
Nach der Installation muss VMware zuerst konfiguriert werden, was sich als kleine Hürde erwies, da das Script nicht unbedingt die aussagekräftigsten Fehlermeldungen von sich gab und zuweilen sogar chaotisch verlaufen zu schien. Während ich mit Kernel 2.4X keinerlei Probleme hatte, brachte selbst eine Neukompilierung der Module für 2.6 nichts. Ich musste erst VMware deinstallieren (!), bevor die VMware Dienste über /etc/init.d/vmware start wieder fehlerlos anliefen. Da die Kernelentwicklung doch recht rasant vonstatten geht, sollte man über die Meldung "This version of the Linux kernel is newer than the newest series with which VMware Workstation is supported. It may or may not work. Would you like to continue?" nicht allzusehr verwundert sein. In allen mir bekannten Fällen traten diesbezüglich keine Probleme auf.
Nett sind überdies die zahlreichen zusätzlichen Features, die VMware bietet: Zum einen kann man einen Datenaustausch zwischen dem guest os und dem host os durchführen, indem man z.B. unter Windows XP ein Netzwerklaufwerk einrichtet, das auf einen Ordner in einer ReiserFS-Partition unter Linux verweist. Zum anderen ist es möglich die von VMware angelegten vmdk/vmx-Dateien, in denen alle Einstellungen, Programme et cetera gesichert sind, zu transferieren und eins zu eins auf einem anderen Rechner mit VMware zum Laufen zu bekommen: Das funktioniert noch nicht einmal mit einer "normalen" Windowsinstallation ohne VMware. Dazu sollte man sich klar machen, dass VMware die Partitionen auf Wunsch dynamisch verwaltet: Man gibt im VMwaresetup an, die Filesystemdatei, die angelegt wird, solle "mit dem Speicherbedarf mitwachsen", definiert eine Obergrenze und formatiert dann bei der "guest os"-Installation bis zum gewünschten Limit, etwa 7 Gigabyte. Daraufhin simuliert die Software dem guest os zwar das Vorhandensein von Speicherplatz bis zu dieser Grenze, allokiert in Wirklichkeit aber nur so viel Speicherplatz wie tatsächlich benötigt wird, bei einer reinen Windows XP-Installation ohne zusätzliche Programme etwa 1200 MB. Wenn alles soweit funktioniert, bietet es sich bereits hier an ein Backup von den erwähnten Dateien zu erstellen, indem man sie auf eine DVD brennt. So spart man sich bei späteren Installationen einiges an Zeit.
Eines kann VMware jedoch nicht ändern: Abstürze des guest os, zum Beispiel Windows XP. Dabei bleibt dann Linux aber davon unberührt ... noch ein Vorteil. Es lassen sich sowohl netzwerkintensive Anwendungen wie Firefox, aber auch DVD-Abspielsoftware und Videoplayer gut nutzen. Lediglich bei der Bearbeitung großer Datenmengen oder dem simultanen Nutzen von Programmen auf dem host os merkt man gewaltige Geschwindigkeitseinbußen. Auf aktuellen Rechnern mit viel Ram dürfte aber selbst Videobearbeitung drin sein!
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein Artikel von Marcus Völkel über VirtualMac.
ein besonderes "bonbon" ist die möglichkeit auch systeme benutzen zu können, die sonst nicht laufen würden. so wird z.b. plan 9 (dessen hardwareanforderungen ansonsten ziemlich speziell sind) in einer version für vmware angeboten.

"<em>So startet man unter Linux VMware und kann dann durch Selektion zum Beispiel MacOs, Microsoft-Windows-Derivate oder sogar nochmals Linux booten.</em>"
Das mit MacOS glaube ich Dir erst, wenn Du es mir einen Screenshot zeigst ;-)

Wenn du mir ein MacOS schenkst ... ;-)

Moritz dann installier schnell ein FreeBSD ist doch MacOSX :-)

also das mit dem macosx glaub ich nicht, aber scheinbar bist du ja der IT-Titan

Doch das funzt.... ich habs probiert. Windows in Windows + Debian + Fedora + Redhat... ausserdem noch FreeBSD... ich denk das würd mit MacOSX auch funktionieren.
mfg

Dummschwätzer!

hää?
